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Antennenseminar in Ardez - Unterengadin - Schweiz
Von Karl Jungwirth, OE3JAG
Zum allerersten Mal haben heuer Anfang August Heinz Bolli, HB9KOF und Gerd Janzen, DF6SJ, zu ihrem Antennenseminar samt Familientross eingeladen. Das Örtchen Ardez liegt in mitten der Engadiner Bergen, zwischen St. Moritz und der österreichischen Grenze. Es imponiert durch seine neuzeitliche Unberührtheit. Man kann sich im Ort noch genau an den letzten Hausbau, ein Hotel, in den 30er Jahren erinnern.
Insgesamt waren wir 12 Funkamateure; sieben Schweizer, vier Deutsche, die teilweise mit ihren XYL' S kamen. Ich war der einzige aus OE und nahm meine Gattin und meinen Sohn mit.
Gerd, DF6SJ, emeritierter Professor an der Hochschule Kempten, bekannt von vielen Artikeln in den Funkzeitschriften und auch Autor von drei Büchern, trug Hochfrequenztechnik bis hin zum Smith-Diagramm und auch die Verwendung des Antennen-Simulationsprogrammes EZNEC, vor. Heinz, HB9KOF, der wegen seiner Produktion und Vertrieb von Antennenanpassgeräten und Antennen-Analyzern der gehobenen Klasse bekannt ist, übernahm Imissionsberechnung, EMV, Gebäudeschutz und auch mit Gerd zusammen die Betreuung bei den Bastelprojekten.
Damit es den mitgekommenen Funkergattinnen währenddessen nicht langweilig wird, übernahmen Ruth und Waltraud, die XYLs von Heinz und Gerd, das abwechslungsreiche Begleitprogramm, wie Nostalgiebahnfahrt, Einführung in die Aquarellmaltechnik, Besuch eines Künstlers und nebst Wanderungen in den romantischen Bergen des Umfeldes auch ein Wellnesstag im Römisch-Irischem Bad in Scuol.
Als gemeinsame Abendveranstaltungen wurde ein Abendessen auf einer Hütte (siehe Bildersammlung), auf 2500 m, sowie interessante Vortrage über die Geschichte von Ardez und zum Schluss die Nepalexpedition, 9N7BCC von Rudolf, DJ3WE, geboten.
Nach drei anstrengenden Theorietagen konnten wir dann unser Wissen bei praktischen Bastlereien unter Beweis stellen. Es wurden sieben verschiedene vertikale Antennen gebaut, vermessen mit dem Antennen-Analyzer und dann mit dem Sonderrufzeichen HB6CC erfolgreich getestet. Als Besonderheit hat Gerd dann eine Reusenantenne für 10 bis 30 MHz mit EZNEC an Ort und Stelle entworfen und mit Einigen von uns gebaut. Bild 2 zeigt mich beim Bau des verkürzten 80 m Dipols mit Anspeisespule. Mit einigen OMs meiner Stadtrandrunde konnte ich an einem Abend ein QSO sowohl mit meinem eigenen Call, HB9/OE3JAG, als auch mit dem Clubstations-Call HB6CC machen.
Obwohl Anfahrt und Heimfahrt doch jeweils etwa acht Stunden dauerten, würde ich gerne wieder zu so einem Seminar fahren, ist doch der Antennenbau noch die letzte Möglichkeit für den Funkamateur, seine Bastelwut auszuleben. Für nächstes Jahr sollen übrigens ein Basisteil und ein Fortgeschrittenenkurs wieder in Ardez angeboten werden.
Gerade bin ich dabei, einen 160/80m Sperrkreis-Dipol, angepasst an meine Gartenverhältnisse, mit EZNEC zu entwerfen und dann nachzubauen.
Karl Jungwirth, OE3JAG
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