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Antennenseminar im Engadin
(HB9AKB, HB9KT)
Der aufmerksame Leser des "old man" hat sicher auch das Inserat von Heinz Bolli, HB9KOF, gesehen. Dieses musste ohne Zweifel jene OMs angesprochen haben, die sich vertiefteres Wissen über Antennen aneignen oder auf diesem Gebiet diverse Wissenslücken noch schliessen mochten.
Das Seminar war von einer Woche Dauer, vom 5. bis 11. August 2007. Wir, d.h. Noldi, HB9AKB, Godi, HB9TLG, und der Schreibende, Dave, HB9KT, fuhren an diese Veranstaltung nach Ardez im Unterengadin, wo uns Heinz und weitere 8 OMs - mit und ohne XYL - erwarteten.
In die Vermittlung des Stoffes teilten sich Heinz und Gerd Janzen, DF6SJ. Heinz referierte praxisorientiert zu Themen wie: Speiseleitungen (Eigenschaften, Bau), Anpassung (warum, wie, wo), Blitzschutz, Potentialausgleich, EMV/NISV, und über den praktischen Antennenbau (Vertikalantennen, Halbwellenantennen, Viertelwellenantennen usw. Gerd, seines Zeichens Dr.Ing. der Elektro- und Nachrichtentechnik und Professor für Nachrichtentechnik an der Fachhochschule Kempten (im Ruhestand), waren naturgemäss die theoretischen Grundlagen der HF-Technik vorbehalten. Gerd ist übrigens auch durch verschiedene Publikationen über Antennen und Antennenmessungen in Radio-Amateurkreisen und darüber hinaus bestens bekannt.
Als erstes wurden die Grundlagen der HF-Technik aufgefrischt , um dann auf die praktische Anwendung von Smith Charts und des Antennensimulationsprogramms EZNEC einzugehen.
Der Bau von Kurzwellenantennen war für die zweite Wochenhälfte vorgesehen. Zu diesem Zweck wurden Teams gebildet. Jedes Team musste sich auf eine "Lieblingsantenne" einigen, sie berechnen, auf ihre Ideallänge hin konstruieren, mit EZNEC simulieren und im Gelände aufbauen. Mit folgenden Antennen wurde experimentiert: Sperrtopfantenne, Reusenantenne (10-30MHz), vertikaler lambda/4 Dipol für 40m (Speisung in der Mitte), endgespeister Dipol für 20m (Anpassung mittels Stichleitung) und Ground Plane für 80m.
Dass die Antennen auf Anhieb und nach Wunsch funktionierten, blieb für die Teams und den Kursverantwortlichen ein frommer Wunsch! Antennenanalyzer zeigten schonungslos auf, dass das Antennenkonstrukt zum Teil noch weit von den idealen Werten lag und Korrekturen noch anzubringen sind. Ueber das Wo und Wie musste man im Team besprechen und sich einigen. Schlussendlich kamen alle Antennen zum "Laufen", was vorwiegend die guten bis sehr guten Rapporte der Gegenstationen auch bestätigten. Ein wahrlich lehrreicher Lernprozess.
Nebst dem techniklastigen Kursteil für die OMs genossen die XYLs kulturelle Angebote: Wanderungen, Besuch eines hiesigen Malerateliers, römisches Bad, Ausflug nach Tirano, organisiert von Ruth, XYL von Heinz. Das gemeinsame Abendessen in einer Alphütte oberhalb Ardez auf fast 2500m, wo wir mit einheimischen Köstlichkeiten verwöhnt wurden, war ein weiterer Höhepunkt des Seminars.
Insgesamt belegten 12 OMs die Veranstaltung (10 Teilnehmer und 2 Referenten). Davon waren sieben aus HB9, vier aus DL und einer aus OE. Das Einvernehmen war von Beginn an kameradschaftlich, hatten doch alle das gleiche Hobby und etwa dieselben Erwartungen an das Seminar.
Noldis und meine Vorstellungen und Erwartungen sind vollends in Erfüllung gegangen.
Heinz und Gerd verdienen ein grosses Dankeschön. Sie haben uns in relativ kurzer Zeit viel Wissen vermittelt und nützliche Informationen mitgegeben, dies in kompetenter und gekonnter Weise. Sämtliche Referate erhielten wir zum weiteren Studium ausgehändigt.
Schliesslich sei noch das Alvetern (Edelweiss), unser Hotel erwähnt. Der Wirt mit seiner Crew kümmerten sich mit viel Herzblut um unser Wohl. Wir fühlten uns dort wie zu Hause.
Dave Furrer, HB9KT
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